NSU-Watch: Aufklären & Einmischen #109. Vor Ort #55. Eskalation rassistischer Gewalt in Magdeburg

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In Folge #109 von NSU-Watch: Aufklären & Einmischen. Der Podcast über den NSU-Komplex und rechten Terror“/ Folge #55 der Podcastserie mit dem VBRG e.V. „Vor Ort – gegen Rassismus, Antisemitismus und rechte Gewalt“ sind die Eskalation von rassistischer Gewalt und antimuslimischen Rassismus nach dem mörderischen Anschlag in Magdeburg ein Schwerpunkt.

Der mörderische Anschlag mit sechs Toten und 86 Schwerstverletzten, der am 20. Dezember 2024 von einem 50-jährigen Psychiater saudi-arabischer Herkunft auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg verübt wurde, markiert in vielfacher Hinsicht eine Zäsur. Bei sehr vielen Menschen hinterlässt der Anschlag tiefe körperliche, seelische und emotionale Wunden und anhaltende Unsicherheit – nicht nur in Magdeburg. Wie rassistische Gewalt und antimuslimischer Rassismus seit dem Anschlag den Alltag sehr vieler Menschen in der sachsen-anhaltinischen Hauptstadt beeinflussen, beschreiben im Podcast Mamad Mohamad, der langjährige Geschäftsführer des Landesnetzwerks der Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) und Saeed Majed vom Syrisch-Deutschen Kulturverein e.V. in Magdeburg sowie Antje Arndt, langjährige Projektleitung der Mobilen Opferberatung in Trägerschaft von Miteinander e.V. .

In der Landeshauptstadt hatte die Mobile Opferberatung schon vor dem Anschlag wöchentlich von mindestens einem rassistischen und rechten Angriff erfahren – jetzt erhält das Projekt nahezu täglich Angriffs-Meldungen. Alleine in dem kurzen Zeitraum vom 20. – 31. Dezember 2024 registrierte die Opferberatung zehn rassistische und vier rechte Angriffe in Magdeburg als sog. Resonanztaten. Schon am Abend des Anschlags wurde beispielsweise ein 18-jähriger Student auf dem Nachhauseweg mit rassistischen Parolen wie „Ihr gehört hier nicht her!“ von einer Männergruppe beleidigt, mit dem Tode bedroht, geschubst und geschlagen. Ein 13-jähriger Schüler wurde im Fahrstuhl seines Wohnhauses von einem Erwachsenen rassistisch beleidigt und gewürgt.

Rima Hamamo, langjährige Geschäftsführerin von CLAIM – der Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit, die ein zivilgesellschaftliches Monitoring zu antimuslimisch motivierten Vorfällen aufgebaut hat, beschreibt im Podcast den Anstieg von antimuslimischen Rassismus und die Auswirkungen eines permanenten Generalverdachts sowie mangelnder Solidarität bei antimuslimischen Bedrohungen und Angriffen. „Es geht darum, im Alltag zu intervenieren und solidarisch zu sein.“